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Chronik

Gründungsurkunde

Ein Verein wird geboren und lernt laufen

Im Gründungsprotokoll des Vereins liegt folgender Eintrag verankert:

"Auf Grund einer Einladung versammelten sich am 29. Mai 1921 eine Anzahl von Freunden des Zimmerstutzenschießens, um über die Gründung einer Gesellschaft zu beraten und diese endgültig zu konstituieren."

Der Paragraph 1 der damaligen Statuten trägt folgenden Wortlaut:

"Die Gesellschaft trägt den Namen Zimmerstutzengesellschaft Bavaria und hat ihren Sitz in Langensendelbach. Zweck der Gesellschaft ist gesellige Unterhaltung und Übung im Schießen." Das Vereinslokal ist der Gasthof Zametzer.

Folgende 18 unbescholtene Männer traten dem neu gegründeten Verein bei:

Gründungsmitglieder

In den 2 darauffolgenden Jahren entwickelte sich der Verein und die Mitgliederzahl wuchs auf 34 Männer an. 1923 wurde Hannes Bayer zum 1. Vorstand gewählt.

Die "Bavaria" bekommt Gesicht

In der Generalversammlung vom 7. April 1923 wurde die Anschaffung einer Schützenfahne beschlossen.

Die Fahne wurde bei der Firma Winkler in Fürth bestellt, aber wegen dem zu hohen Kostenvoranschlag wieder abbestellt. Am 29. April fuhren 3 Mann von der Vorstandschaft nach Michelfeld in die Taubstummenanstalt und bestellten die Fahne.

Sie kostete 20 Zentner Getreide und 700 000 Mark. Der Zentner Getreide wurde zu 50 000 Mark gerechnet, also im Ganzen 1 700 000 Mark.

Im Preis enthalten war das Zubehör, wie Überzug, Schärpen, Erinnerungsbänder, Fahnengurt, sowie ein Patenband. Das Jungfrauenband musste extra bezahlt werden und kostete 150 000 Mark.

Als Patenverein konnte der Schützenverein Neunkirchen am Brand gewonnen werden.

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Am Sonntag den 2. September 1923 fand dann bei schönster Witterung das Fest der Fahnenweihe statt. Im Rahmen eines Festgottesdienstes wurde die Fahne durch den hochwürdigen Herrn Pfarrer Thomas Dotterweich geweiht.
Danach wurde die Fahne von der Fahnenjungfrau Maria Lang an den Fahnenjunker Georg Fees übergeben. Seine beiden Begleiter waren Hanni Bayer und Hannes Güthlein.

Bei den Neuwahlen im Jahre 1925 wurde der Gründungsvorstand Josef Singer wieder zum 1.Vorstand gewählt. Der Mitgliederstand hatte sich inzwischen auf 54 Personen erhöht.

Im selben Jahr traten einzelne Mitglieder des Vereins dem Deutschen Schützenbund bei. Am 2.Weihnachtsfeiertag gab es im Gasthaus Zametzer ein Theater und eine Christbaumverlosung. Außerdem beschloss man, jedem Schützenbruder zur Hochzeit ein "Schützenkrügla" zu schenken.

In den Jahren 1926/27 wurde der Bau einer Schützenhalle geplant. Der Vereinswirt Zametzer erklärte sich bereit ein Grundstück -das sogenannte Wertswiesla- an den Verein unentgeltlich abzutreten. Leider musste dieses Vorhaben wegen finanzieller Schwierigkeiten aufgegeben werden.

Am 11. Januar 1930 erklärte der 1.Vorstand Josef Singer den Rücktritt von seinem Ehrenamt.

Zu seinem Nachfolger wurde Hans Hofmann gewählt, der die Geschicke des Vereins bis zum Jahre 1972 leitete.

In den folgenden Jahren erlebte der Verein einen Aufschwung. Der jeweils gesellschaftliche Höhepunkt eines Jahres war der Schützenball dessen Tradition sich bis in die heutigen Tage erhalten hat. Die bereits erwähnten Theateraufführungen und die Christbaumverlosungen gehörten ebenfalls zum Jahresablauf der Schützen.

Neben dem regelmäßigen Übungsschießen auf dem heimischen Stand wurde auch an auswärtigen Preischießen teilgenommen; z.B. in Bräuningshof, Gosberg, Forchheim und Erlangen.

1931 wurde die Anschaffung einer Schützenkette beschlossen. Damit konnte das 1. Königsschießen stattfinden, aus welchem Hans Fees Hs-Nr.3 als Schützenkönig hervorging.

Spenderliste; Münzen für die Königskette

Spenderliste

25 Schützen beteiligten sich am 30. September 1933 am ersten Vogelschießen in der Geschichte des Vereins, welches vom 2. Gauschützenmeister Hagen aus Bräuningshof geleitet wurde. Den Vogel stiftete Kassenwart Georg Güthlein. Am Ende des 2-stündigen Schießens konnte Herr Anton Fees zum Vogelkönig (Schützenkönig) gekürt werden.

Die Geschichte hinterlässt ihre Spuren.

Die politische Entwicklung in den dreißiger Jahren wirkte sich auch auf unseren Verein aus. Am 7. Oktober 1933 wurde -nach Zustimmung der Mitglieder- der bisherige Vorstand Hans Hofmann durch den Gauschriftführer Stumpf als Führer des Vereins eingesetzt.
In der darauffolgenden Generalversammlung wurden die notwendigen Änderungen der Statuten beschlossen. Somit war die Gleichschaltung im Sinne des Führerprinzips auch in unserem Verein vollzogen.

Gleichzeitig änderte sich der Vereinsname von Zimmerstutzengesellschaft in
Schützenverein
Bavaria Langensendelbach.

Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges im Jahre 1939 kam das Vereinsleben zum Erliegen.
Der Krieg ging auch an unserem Verein nicht spurlos vorüber. Verschiedene Mitglieder kehrten von diesem Völkerringen nicht mehr in die Heimat zurück. Ein großer Teil des Vereinsvermögens ging verloren.

Ein neuer Anfang nach dem "Ende".

1950-1956

Durch die Ereignisse des 2. Weltkrieges wurden von der Militärregierung im Mai 1945 alle Schützenvereine vorläufig verboten, alle Stutzen und sonstiges Schießmaterial vernichtet, der Kassenbestand durch die Währungsreform entwertet.

Anfang des Jahres 1950 wurde jedoch das Vereinsverbot gelockert. Aus diesem Anlass rief der frühere Vorstand Hans Hofmann am 11. Februar 1950 die ehemaligen Schützen zu einer Versammlung ins Vereinslokal Zametzer. Eine stattliche Anzahl alter und junger Schützen folgten der Einladung. Nachdem man den verstorbenen und gefallenen Schützenbrüdern gedacht hatte, führte Hans Hofmann aus, dass er vom Landratsamt Forchheim die Erlaubnis zur Neugründung des Schützenvereins "Bavaria" erhalten habe. Jedoch seien keine Feuerstutzen, sondern nur Luftgewehre erlaubt. An diesem Tag wurde dann der Verein wiedergegründet, die alte Satzung übernommen und das Schießen -mangels Luftgewehr- vorerst zurückgestellt. Der wiedergewählte 1. Vorstand Hans Hofmann konnte nun mit seinen 42 Mitgliedern an den Neuaufbau gehen.

Bereits im Jahr 1951 wurde wieder Theater gespielt sowie das 1. Luftgewehr zum Preis von 49,50 DM angeschafft. Somit konnte der Schießbetrieb wieder aufgenommen werden und es fand das erste Vogelschießen nach dem Kriege statt.

Im gesellschaftlichen Vereinsleben trat an die Stelle des Schützenballes der Familienabend. In den Folgejahren konnte der Verein einen stattlichen Mitgliederzuwachs verzeichnen, sodass man 1954 schon 88 Schützen zählte.

In diesem Jahr schaffte man zwei neue Gewehre an und baute die Schießanlage neu, die mit einem Preisschießen ihrer Bestimmung übergeben wurde.

Erwähnenswert erscheint dem Chronisten die Anschaffung des großen Schützenbildes, welches am 25. September mit einem Festakt unter Beisein von Hochw. Herrn Pfarrer Michael Haupt und Bürgermeister Wilhelm Hofmann enthüllt wurde. Es fand seinen Platz im Vereinslokal Zametzer, wo es leider im November 1988 ein Raub der Flammen wurde.

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Annafestzug 1953

Das Königsschießen wurde nach neuem Modus durchgeführt. Statt dem Vogelschießen wurde auf die Ringscheibe geschossen.

Am 30. und 31. Oktober fand ein Vergleichs- oder Untergruppenschießen statt, an dem sich 98 Schützen aus Effeltrich, Igelsdorf, Hetzles und Langensendelbach beteiligten.

Im Januar 1955 ehrte der Verein Herrn Hans Hofmann für 25-jährige Tätigkeit als 1. Vorstand. An Ostern gab es wieder ein großes Preisschießen, zu dem 174 Schützen aus Nah und Fern kamen. Die Meistbeteiligung ging mit 30 Schützen an Bavaria Effeltrich.

Aus den Einnahmen dieses Schießens konnte die Anschaffung einer Zirkelmaschine und eines Luftgewehres bestritten werden.

Am ersten Strohschießen, welches am 10. und 11. September stattfand, beteiligten sich 31 Schützen. Die Preisverteilung löste große Heiterkeit aus. Wusste doch keiner was sich in den strohverpackten Päckchen befand.

Die auswärtigen Aktivitäten dieses Jahres erstreckten sich auf die Teilnahme an der Fahnenweihe bei Tell Heroldsbach und den Preisschießen in Pinzberg, Igelsdorf und Bräuningshof.

35-Jahr-Feier

Im Jubiläumsjahr wurde die Schießanlage erneuert, 2 Fahnenweihen besucht und an 5 Vergleichsschießen sowie 2 Preisschießen teilgenommen.

Der Verein übernimmt Patenschaften

(1927, 1957, 1962, 1964)

Bereits am 19. Juni 1927 hatte unser Verein die erste Patenschaft übernommen.

50 Schützenbrüder waren damals nach Pinzberg gekommen, um zusammen mit dem Patenkind "Bavaria Pinzberg" das Fest der Fahnenweihe zu feiern.

Die zweite Patenschaft wurde uns von Edelweiß Igelsdorf angetragen. Am 26. Mai 1957 fand der Festakt der Fahnenweihe statt.

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Es war durchaus kein Aprilscherz als am 1.4.1962 der Schützenverein Frankonia Effeltrich bei uns zum Patenwerben antrat. Diesem Wunsch wurde einstimmig entsprochen und am Sonntag den 13. Mai fand in der alten Wehrkirche die Weihe der Fahne statt. Somit hatten wir unser 3. Patenkind.

Bereits zwei Jahre später, am 31. Mai 1964, konnten wir -mit der Patenschaft für den Schützenverein Adler Bräuningshof- das Quartett der Patenkinder vervollständigen.

Mit allen vier Vereinen verbindet uns ein herzliches und kameradschaftliches Verhältnis, welches nie getrübt werden möge.

Leistungsabzeichen

Erste schießsportliche Gehversuche

Nachdem sich in der Vergangenheit die schießsportlichen Aktivitäten auf das heimische Übungsschießen sowie Vergleichs-, Preis- und Königsschießen erstreckten, brach nun eine neue Zeit im Schießsport an.

An den Rundenfernwettkämpfen 1957/58 beteiligten sich 2 Mannschaften. Man war in der Kreisklasse B eingeteilt. Am Anfang wollte die Schießerei nicht recht klappen, da öfters Luftgewehre versagten und in Reparatur mussten. Zum Schluss der Saison konnte man doch noch Mittelplätze belegen.

Weitere Niederschriften zum Schießsport siehe "Sportlicher Überblick".

Schallmauer durchbrochen

1958 erreichte unser Mitgliederstand die magische Zahl "100". Der Mitgliederzuwachs hielt weiter an, sodass 1959 bereits 110 Schützen dem Verein angehörten.

Der Modus des Königsschießens wurde abermals geändert. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Schützenkönig mit Tiefschuss ermittelt. Mit einem 100-Teiler wurde Hans Gügel erster Schützenkönig nach neuem Reglement.

Der Einladung des Schützenclubs Edelweiß Bamberg folgeleistend nahmen wir am 25. August 1960 am großen Trachten- und Schützenzug teil. Unsere Gruppe wurde durch 8 Schützenlieseln bereichert und wir ernteten viel Applaus. Vom Veranstalter erhielten wir, als der am weitesten angereiste Verein, eine Ehren-Urkunde.

Die notwendige Totalrenovierung unserer Vereinsfahne wurde durch die Heilig-Grab- Schwestern in Bamberg vorgenommen und kostete 490,- DM.

Fernsehen - eine Konkurrenz für den Verein ???

Dieser Gedanke bewegte die Chronisten beim Lesen des folgenden Protokolls, welches ungekürzt wiedergegeben wird:

Protokoll

über die Generalversammlung am 31. Dezember 1960

Am Silvesterabend 1960 fand unsere Generalversammlung statt, ein ungünstiger Tag, es waren nur 27 Mitglieder anwesend.

Vorstand Hofmann gab den Jahresbericht bekannt, dankte für die Fahnenspende u. sagte daß am 14. Januar Stiftungsball ist. Auf das Verlesen der Protokolle wurde verzichtet weil sonst die Versammlung zu lange gedauert hätte weil ja viele Anwesende zum Fernsehen wollten das viel wichtiger ist als eine Generalversammlung. Der Kassenbericht fiel gut aus. Nachdem 2. Vorstand Franz Hofmann 60 Jahre alt wurde und aus der Vorstandschaft ausscheidet wurde Willi Mürschberger als Nachfolger bestimmt der dann 2 Lieslkrüge Bier stiftete. Nach viertelstündiger Dauer wurde die Versammlung geschlossen.

Langensendelbach den 1. Januar 1961

gez. Güthlein

Die Jugend kam, sah und siegte

Die für die weitere Geschichte der "Bavaria" entscheidenden Schritte wurden zu Beginn der 60er Jahre getan, als sich die Vereinsführung der Jugend verstärkt annahm. Unter dem Jugendleiter Georg Faber entstand eine Jugendabteilung, die sich in den Folgejahren über die Landkreisgrenzen hinaus einen Namen machte.

Zu ihrer Förderung und zur Demonstration des Stellenwertes der Jugend im Verein schaffte man eine Jungschützen-Königskette an. So konnte sich 1962 der spätere 1.Vorstand Andreas Schmitt als 1. Jungschützenkönig in die Analen des Vereins eintragen.

Der Zuspruch der Jugend schlug sich natürlich auch in der Mitgliederzahl nieder.
Diese war inzwischen auf 125 Schützen angewachsen.

Eine neue Schießanlage, ein neuer Schieß-Wettbewerb

1965 vergrößerte und erneuerte unser Vereinswirt seinen Saal in dem bis dato unsere Schießstände untergebracht waren. Damit war der Neubau einer Schießanlage notwendig geworden. In einem, an den Saal, angrenzenden Raum fanden wir unser neues Domizil. Es wurden 5 Luftgewehrstände eingerichtet.

Die Einweihung dieser Anlage erfolgte am 28. Mai 1966 durch Herrn Pfarrer Stark.
Als Gäste konnten begrüßt werden: Gauschützenmeister Georg Neupert, Kreisschützenmeister Kuno Schneider und Landrat Otto Ammon.

In den Wochen zuvor wurde unter den 5 Patenvereinen ein neuer Wettstreit - das sogenannte "Bürgermeister-Hofmann-Pokalschießen"- durchgeführt. Die daraus resultierende Siegerehrung fand im Anschluss an die Weihe der neuen Anlage statt. Den ersten Platz
belegte Adler Bräuningshof gefolgt von Bavaria Langensendelbach, Frankonia Effeltrich, Bavaria Pinzberg und Edelweiß Igelsdorf.

Bei den Jugendmannschaften siegte ebenfalls Adler Bräuningshof vor Bavaria Pinzberg, Frankonia Effeltrich und Bavaria Langensendelbach.

Die besten Einzelschützen waren Andreas Singer (283 Rg.), Hermann Förster (282 Rg.) und Otto Messingschlager mit 278 Ringen.

Dieser Wettstreit zwischen den Patenvereinen wurde im jährlichen Turnus wiederholt.

Der Verein verliert eine Gönnerin

Am 8. Oktober 1968 wurde unsere Vereinswirtin Liesel Zametzer unter großer Beteiligung des Schützenvereins Bavaria zu Grabe getragen. Sie war nach langer Krankheit am 5. Oktober verstorben.

In seiner Grabrede würdigte 1.Vorstand Hans Hofmann die großen Verdienste der Heimgegangenen, die für den Schützenverein immer eine offene Hand hatte.

Ein halbes Jahrhundert, der 50. Geburtstag.

In einer außerordentlichen Generalversammlung wurde am 3.10.1970 beschlossen, dass das 50jährige Jubiläum am 22. + 23. Mai 1971 in einem größeren Rahmen über die Bühne gehen soll. Zum Schirmherrn konnte 1. Bürgermeister Wilhelm Hofmann gewonnen werden. In den Festausschuß wurden Georg Faber (Vorsitzender), Hans Baier, Hans Böhmer, Leonhard Fees, Georg Großkopf, Richard Hofmann, Willibald Hofmann, Helmut Kraus und Franz Steiner gewählt.

Als Festplatz wählte man das Gelände in und um der Markthalle der Anbau- und Absatzgenossenschaft Langensendelbach.

Im Vorfeld der Jubelfeier wurde ein großes Preisschießen abgehalten an dem sich 354 Schützen aus dem ganzen nordbayerischen Raum beteiligten. Hierzu war eigens in der oben erwähnten Markthalle eine Schießanlage mit 10 Ständen eingerichtet worden.

Den Auftakt der Jubelfeierlichkeiten bildete am Samstag, nach dem Einholen der Paten- und Ortsvereine, ein großer Festkommers. Die Festhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt. Am Sonntagmorgen erinnerte ein Weckruf, dargebracht von der Jugendblaskapelle Langensendelbach-Marloffstein, an den großen Tag der Schützen. Es folgte das Einholen der vielen Vereine aus den Kreisen Forchheim und Erlangen. Im Anschluss an den von Pfarrer Stark zelebrierten Festgottesdienst wurde am Ehrenmal der Toten des Vereins gedacht. Nach Frühschoppen und Mittagspause wurden weitere Vereine eingeholt.
Um 13:30 Uhr bewegte sich ein großer Festzug durch den herrlich geschmückten Ort.

In seiner Festansprache begrüßte der Schirmherr, Bürgermeister Wilhelm Hofmann, neben zahlreichen Ehrengästen besonders den Gauschützenmeister Georg Neupert, den er als den Vater aller Schützen bezeichnete. Er zeigte sich erfreut über den zahlreichen Besuch, denn der Festplatz glich einem Ameisenhaufen.

Den Abschluss der Feierlichkeiten bildete ein großer Ball, der bis weit nach Mitternacht andauerte.

Eine Männerdomäne fällt - die Schützenschwester wird geboren !

Erstmalig in der Geschichte unseres Vereins traten beim Preisschießen zum 50jährigen Bestehen, mit Rosa Hofmann und Eva-Maria Schmitt, zwei Frauen an den Schießstand.

Wenn man die Entwicklung unserer Damenabteilung aus heutiger Sicht betrachtet, so muss dies als die Geburtsstunde der Schützenschwester im Schützenverein Bavaria bezeichnet werden.

Es blieb damals nicht bei diesem einen Versuch, die beiden Damen besuchten regelmäßig das Übungsschießen und schon bald gesellten sich weitere Frauen und Mädchen dazu.

Die Damenriege, die von den Einen belächelt und von den Andern bösartig als "Flintenweiber" bezeichnet wurde, ließ sich nicht entmutigen und übte tapfer weiter. Das Häufchen wuchs und wuchs und auch die Schießleistungen erreichten respektable Ringzahlen.

Dies war Anlass, dass sich die erste Damenmannschaft an den Rundenwettkämpfen beteiligte.

1977 wurde Eva-Maria Schmitt zur Damenleiterin gewählt und unter ihrer Führung wuchs die Anzahl der Schützenschwestern und auch die ihrer Mannschaften. Die sportlichen Erfolge ließen ebenfalls nicht lange auf sich warten und gipfelten 1995 mit der Teilnahme von Eva-Maria Schmitt an den Bayerischen Meisterschaften.

Heute -nach 25 Jahren- zählt die Damenabteilung 57 Mitglieder, davon 20 aktive Sportschützinnen und ist ein Aushängeschild unseres Vereins.

Eine Legende geht - eine neue Ära beginnt !

Am 10.12.1972 trat nach 42jähriger Tätigkeit Hans Hofmann aus Altersgründen von seinem Amt als 1. Vorstand zurück. Auf seinen Vorschlag hin wurde der bisherige Schützenmeister Andreas Schmitt zum neuen Vorstand gewählt.

Hans Hofmann wurde als Dank und zur Anerkennung seiner Verdienste um den Verein zum Ehrenvorstand ernannt.

Der Verein zählt inzwischen 170 Mitglieder.

Unter der neuen Vereinsführung wurden die vereinsüblichen Aktivitäten wie z.B. Stiftungsfest, Vereinsausflüge mit Omnibus, Strohschießen, Königsschießen mit Herbstball und das Bürgermeister-Hofmann-Pokalschießen weitergeführt. Als Neuerung kamen Wanderungen, sowie das Ausgleichstraining in der Turnhalle hinzu.

Am 9. September 1975 verstarb unser Ehrenvorstand Hans Hofmann. Zutiefst ergriffen standen wir Schützen am Grab eines Mannes, der sich ein ganzes Leben lang für die Schützensache eingesetzt hatte, um Abschied zu nehmen.

1976 wurde eine Damen-Königskette angeschafft und Elisabeth Faber zur 1. Schützenkönigin gekürt.

Für eine weitere Attraktivität im Vereinsleben wurde 1977 mit unserem 1. Grillfest der Grundstein gelegt. Diese Veranstaltung wird seitdem jährlich wiederholt und findet bei den Mitgliedern und der Bevölkerung großen Anklang.

Die Vereinssatzung wurde neu verfasst. Dabei schaute man besonders auf die Gegebenheiten der heutigen Vereine wie, z.B. Eintrag ins Vereinsregister und Gemeinnützigkeit.

Nachdem in den letzten Jahren die Anzahl unserer aktiven Schützen ständig gewachsen war, platzte unser Schießstand langsam aus den Nähten. So wurde der Bau eines neuen Schießstandes in die Überlegungen der Vereinsführung einbezogen. Am 9.6.1978 wurde in einer außerordentlichen Generalversammlung der Neubau des Schützenhauses beschlossen. Hierzu stellte unser Vereinswirt Hans Zametzer seine Scheune zur Verfügung.
Nach Überprüfung der Bausubstanz stellte man fest, dass es mit einem Ausbau der Scheune allein nicht getan war. Dieselbe musste bis auf die Grundmauern abgerissen und wieder neu aufgebaut werden.

Architekt Alfons Schmaus führte die Planung durch und Maurermeister Herbert Fees fungierte als verantwortlicher Bauleiter.

Dank der tatkräftigen Mitarbeit unserer Mitglieder und den Freunden des Vereins - es wurden ca. 3000 Arbeitsstunden Eigenleistung erbracht - konnte bereits am 23. November 1979 das Richtfest gefeiert werden.

Die Baumaßnahmen wurden zügig weitergeführt und 1980 zum Abschluss gebracht, sodass das Königsschießen auf der neuen Anlage durchgeführt werden konnte.

1980 erfolgte der Eintrag des Vereins ins Vereinsregister.

Preisschießen - Schützenhauseinweihung - 60. Jubiläum

Vom 24. April bis 17. Mai 1981 führten wir im Hinblick auf das bevorstehende Fest ein großes Preisschießen durch an dem sich 703 Schützen aus Nah und Fern beteiligten.
Es waren Sach- und Geldpreise im Wert von ca. 10.000,- DM ausgesetzt.

Am Samstag, den 23. Mai 1981, wurde nachmittags im Beisein der Schirmherrin Baronin Freifrau v. Pölnitz, zahlreicher Gäste und Fahnenabordnungen der Patenvereine, sowie der Langensendelbacher Ortsvereine, den gefallenen und verstorbenen Mitgliedern am Ehrenmal gedacht.
Anschließend weihte Pfarrer Alfred Raab unser neues Schützenhaus. Nach seinen Worten möge dieses Haus dem Frieden dienen. Nicht Neid solle in diesen Räumen herrschen, sondern Geselligkeit und der faire Geist der Sportschützen.
Um 20.00 Uhr war dann der Festkommers bei dem 1. Schützenmeister Andreas Schmitt die Schirmherrin, zahlreich erschienene Ehrengäste, Abordnungen der Paten- und Ortsvereine sowie die Langensendelbacher Bürger begrüßen konnte.

Am Sonntagmorgen feierten wir in unserer Pfarrkirche St. Peter und Paul mit Herrn Pfarrer Alfred Raab den Festgottesdienst.
Im Anschluss daran trafen sich die Mitglieder und Gäste zum traditionellen Frühschoppen im Festzelt.
Für 13.00 Uhr war ein Festzug durch die mit Fahnen geschmückte Ortschaft angesagt.
Leider hat an diesen Tage Petrus und der Wettergott nicht ganz mitgespielt. Wegen Regen fiel der krönende Abschluss buchstäblich ins Wasser. Als Ersatz dafür wurde ein Fahneneinzug durchgeführt.
Leider gab es auch ein negatives Ereignis, die Fahnen mit den Ortswappen wurden nachts von Unbekannten gestohlen.

Brauchtumspflege - unsere Böllerabteilung

Das Böllerschießen ist ein alt überliefertes Brauchtum, welches auch in Langensendelbach gepflegt wurde. Einen schriftlichen Nachweis darüber findet man im Protokollbuch der hiesigen Krieger- und Soldatenkameradschaft.

Hier steht zu lesen:

Wie überall im ganzen Reich wurde 1910 auch in Langensendelbach durch den Krieger- und Militärverein zur Erinnerung an den Feldzug 1870-1871 eine Feier abgehalten mit folgendem Verlauf:
Die Straßen und Häuser des Ortes wurden mit Festschmuck geputzt die Fahnen flatterten auf Häusern und Masten und um 6 Uhr früh wurden von der ortsansässigen Musikkapelle unter Böllerschießen die Tagesappelle gespielt. Um 9 Uhr wurde der Frühschoppen abgehalten.
Nachmittags drei Uhr wurden vom Krieger- und Militärverein unter Musikklängen und Böllerschüssen die Straßen des Ortes durchzogen.

In späteren Zeiten wurde das Böllerschießen von den örtlichen Burschenvereinen durchgeführt, die vornehmlich bei Hochzeiten ihre Dizerol oder Weinbergpistolen krachen ließen.
Auch einfache Standböller mit Luntenzündung kamen zum Einsatz.
Als das Schwarzpulver nicht mehr frei erwerbbar war wurden die verschiedenartigsten und nicht ganz ungefährlichen Gegenstände zum Schießen (Böllern) herangezogen, z.B. Milchkannen + Karbid; mit Gas gefüllte Luftballons und in der jüngsten Vergangenheit Feuerwerkskörper (Vogelschreck).

Weitere Anlässe zum Böllern waren Beerdigungen von Kriegsteilnehmern, Totenehrungen, besondere Geburtstage von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Kindstaufen und Festumzüge. Ob früher in Langensendelbach auch an Fronleichnams-Prozessionen geschossen wurde, konnte nicht geklärt werden.

Vor ca. 15 Jahren, im Herbst 1981, wurde dieses Thema in einer Gesprächsrunde im Schützenhaus erörtert. Dabei kam zur Sprache, dass es anderorts das Schießen (Böllern) mit Pulver noch gäbe.
Es wurden Erkundigungen eingeholt und bereits im Frühjahr 1982 legten mit Alfred Faber, Andreas Singer und Ernst Zuleger 3 Mitglieder des Schützenvereins ihre Prüfung als "Böllerschütze" vor dem Gewerbeaufsichtsamt Nürnberg ab.
Sie kauften sich Handböller und beim Landratsamt Forchheim wurde die notwendige Genehmigung nach § 27 Sprengstoffgesetz, § 31, 32 und 45 Waffengesetz beantragt.

Der Brauchtumspflege stand nun nichts mehr im Wege. Beim Schützenzug im Herbst 1982 krachten zum 1. Mal die Böller.
Im Laufe der Jahre legten weitere Schützen die notwendigen Prüfungen ab, sodass der Schützenverein Bavaria heute über 23 geprüfte Böllerschützen verfügt.
Die Böllerschützen sind im Dachverband "Bayerischer Sportschützenbund" organisiert.

Neue Schützenfreunde - Kutenholz in Niedersachsen

Im Jahre 1982 unternahm eine Gruppe von Vereinsmitgliedern einen Ausflug nach Niedersachsen. Bei dieser Gelegenheit wollte man auch der alten Heimat von Irmtraud und Heinrich Stelling einen Besuch abstatten. In Kutenholz angekommen, wurde die Sendelbacher Delegation im dortigen Schützenverein herzlich begrüßt und aufgenommen.
Man verbrachte einige schöne Stunden und knüpfte Kontakte.
Bei ihrer Rückkehr wussten unsere Schützen nicht nur viel zu erzählen, sondern brachten auch einen Erinnerungsteller mit.
Gleichzeitig wurde der Besuch einer Abordnung aus Kutenholz angekündigt.

1983 beim Herbstball durften wir dann die Schützenfreunde aus Kutenholz in Langensendelbach begrüßen. 
Es entwickelten sich Freundschaften und die gegenseitigen Besuche halten seitdem an.
1992 wurde dann, aus Anlass der 10jährigen Freundschaft beider Vereine, in Kutenholz die "Langensendelbacher Linde" gepflanzt.
Der "Kutenholz-Pokal", eine von unseren Freunden aus Niedersachsen gestiftete Wandertrophäe, wird bei uns jährlich ausgeschossen.

Bleibt nur der Wunsch, dass diese Freundschaft noch recht lange halten möge.

Freizeitaktivitäten unserer Schützenjugend

Zur Jugendbetreuung gehört nicht nur das Schießtraining sondern auch Spiel- und Freizeitgestaltung. Nachfolgend nur einige Beispiele von Freizeitaktivitäten der Langensendelbacher Schützenjugend.

Zeitungsausschnitt vom Freitag, den 31. August 1984
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"Unvergessliche" Erlebnisse bei Freizeit

"Bavaria"-Jugend neun Tage im Frankenwald

Höhepunkt des Zeltlagers Schützenturnier gegen die Stadtsteinacher Alterskameraden

LANGENSENDELBACH - Die Koffer vollbepackt mit vielseitigen Erlebnissen, so kehrten 21 junge Schützen von einem Zeltlager im Frankenwald heim nach Langensendelbach. Die Eindrücke die man in Stadtsteinach, wo die Zelte des "Bavaria"-Nachwuchses standen, gewonnen habe, seien "unvergesslich", berichteten die Jugendlichen und ihre Betreuer Gerd Mirsberger und Roland Hofmann.

Eine Wanderung in die Bierstadt Kulmbach, der Besuch des Deutschen Dampflok-Museums in Neuenmarkt-Wirsberg sowie ein Fußmarsch in den Wallfahrtsort Maria Weiher gehörten zum erlebnisreichen Aktivprogramm der jugendlichen Zeltlagerbewohner. Die neuntägige Freizeit im Frankenwald erfolgte im Rahmen der überfachlichen Jugendarbeit des Schützenbundes.

Nicht vernachlässigt wurde aber auch die sportliche Ertüchtigung. So traten die jungen "Bavaria"-Schützen zu einem Turnier an, bei dem die gleichaltrigen Kameraden aus Stadtsteinach ihre Gegner waren. Im Beisein von Bezirksschützenmeister Hans Hümmer, der in Stadtsteinach lebt, sicherten sich die jungen Langensendelbacher Schützen den Turniersieg. Hümmer lobte das Zeltlager und die Begegnung zwischen beiden jungen Mannschaften und sagte: "Veranstaltungen dieser Art haben einen hohen Wert für unsere Jugendförderung und sind für die ganze Schützenfamilie von großem Vorteil".

Bergwanderung der Schützenjugend im Ötztal

am 3. August 1985 fuhren die Betreuer Andreas Schmitt, Roland Hofmann und Ernst Zuleger um 3.00 Uhr mit 8 Jungschützen zum Bergwandern ins Ötztal.

1. Tag Anreise ins Bergsteigerdorf Vent in Tirol (1896m) - Fahrt mit dem Sessellift bis auf 2356m - hier beginnt die Wanderung, zunächst Aufstieg zur 2840m hoch gelegenen "Breslauer Hütte" - Mittagspause (Essen aus dem Rucksack) - am Nachmittag weiter auf einem Hochgebirgspfad zur Vernagthütte (Würzburger Haus / 2766m) - Übernachtung.

2. Tag 6.00 Uhr Wecken - 7.00 Uhr Frühstück - 8.00 Uhr wegen schlechtem Wetter Abstieg auf einem leicht abfallenden Almweg nach Vent - Mittagessen in Umhausen - Talbesichtigung - Heimreise.

Zeltlager

1987 wurde ein 4-tägiges Zeltlager bei Neunburg v. Wald durchgeführt. Es nahmen 16 Personen einschließlich der Aufsicht teil. Dank weiblicher Aufsicht konnten auch die Mädchen teilnehmen.
Vom Wetter war das Unternehmen in dem doch so feuchtem Sommer nicht beeinträchtigt. Wir hatten die einzigen Tage mit 30 Grad Celsius für uns ausgesucht. Die Zeit wurde mit Angeln, Schwimmen, Reiten, Wandern und Lagerleben ausgefüllt.

Vom 3. August bis 10. August 1991 verbrachten 8 Jugendliche und 3 Aufsichtspersonen ihre Freizeit im Zeltlager in Wallenfels.
Ebenso in Wallenfels wurden ein Jahr später, vom 15. August an, unter Teilnahme von 13 Jugendlichen und 6 Aufsichtspersonen wiederum die Zelte aufgeschlagen.

1994 Wanderwochenende in der Fränkischen Schweiz

12 Jugendliche und 3 Aufsichtspersonen verbrachten 2 Tage zum Wandern in der Fränkischen Schweiz.
Übernachtet wurde in der DAV-Mittelgebirgshütte "Haus Egerland" in Almos.

Biathlon - eine neue Disziplin

Es war Winter und die Schneeverhältnisse für eine Biathlonveranstaltung ausreichend.
Ein langgehegter Wunsch konnte verwirklicht werden.
Am 20. Januar 1985 führte unser Schützenverein den 1. Langensendelbacher Biathlon durch. 53 Teilnehmer gingen an den Start. 1986 reichte leider die Schneelage zu einer Wiederholung nicht aus, sodass wir mit der zweiten Veranstaltung bis zum 18. Januar 1987 warten mussten.

Biathlon

Leider gab es danach keine vernünftigen Schneeverhältnisse mehr. Deshalb stellten wir 1994 auf Sommerbiathlon um.

Großfeuer - Vereinslokal abgebrannt - Schützenhaus verschont

Im November 1988 wurde unser Vereinslokal durch einen Großbrand eingeäschert.
Das angrenzende Schützenhaus blieb dabei fast unbeschädigt.
Lediglich unser Schützenbild und die Gründungsscheibe wurden ein Raub der Flammen.
Mangels Vereinslokal mussten unsere Weihnachtsfeier ins Gasthaus "Alter Peter" und das Stiftungsfest in das Gasthaus "Kögel" verlegt werden.

70 Jahre - ein nicht alltäglicher Geburtstag

70 - eine runde Zahl, aber im allgemeinen kein Anlass um ein großes Jubiläumsfest zu veranstalten. Ganz sang und klanglos wollten wir dieses Jahr aber auch nicht vergehen lassen.
So hatten wir uns entschlossen unser alljährliches Grillfest (im Dorfjargon "Falterkerwa") etwas feierlicher zu gestalten. Außerdem fand vom 18. Juni bis 3. Juli 1991 ein Preis- und Pokalschießen statt, zu dem wir die Schützen unserer Patenvereine eingeladen hatten.

Am Samstag, den 27. Juli gab es ein Schafkopfrennen, am Sonntag den 28. Juli einen Kirchenzug und Dankgottesdienst mit Totenehrung im Beisein der Paten- und Ortsvereine.
Den Frühschoppen umrahmten die Sendelbacher Musikanten und am Nachmittag erfolgte die Siegerehrung zu dem obengenannten Preisschießen.
Zum Ausklang gab es Unterhaltungsmusik mit "Fritz" Nägel aus Bräuningshof.

1992

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Mit der neuen Führungsriege kam auch die Technik in unseren Verein. 1993 wurde eine elektronische Auswertemaschine (SAM 4000) angeschafft und 1995 dann mit einem Personalcomputer, entsprechender Software und einem Drucker ergänzt.
Damit hatte das oft mühsame und manchmal auch nicht ganz unumstrittene Auswerten der Scheiben von Hand ein Ende.
Die unbestechliche und stets neutrale Maschine hat dies übernommen.

1993 wurde außerdem noch eine neue Schießdisziplin eingeführt, nämlich Sportpistole 25 m.
Hierzu wurde bei unserem Patenverein "Edelweiß Igelsdorf" der Schießstand angemietet.
Inzwischen trainieren regelmäßig 23 Schützen diese neue Schießdisziplin.

1994 wurde man der steigenden Anzahl von Luftpistolenschützen mit der Anschaffung einer Königskette gerecht.
Verschiedene Mitglieder stifteten hierzu Münzen, welche unsere Schützenschwester Ulla Schütz (Goldschmiedin) zu einer Königskette verarbeitete.

Das Jahr 1995 und der Anfang 1996 waren von den Vorbereitungsarbeiten für die kommenden Festtage geprägt. Vom 1. April bis zum 5. Mai 1996 veranstalteten wir das Jubiläumsschießen, welches von 1070 Schützen aus 74 Vereinen besucht wurde.
Am 29. Mai 1996 wurde dieser Verein, der inzwischen 315 Mitglieder zählt, 75 Jahre alt.

Die Geschicke des Vereins lagen in den Händen folgender Vorstände:

von 1921 bis 1923 Josef Singer
von 1923 bis 1925 Hannes Bayer
von 1925 bis 1930 Josef Singer
von 1930 bis 1972 Hans Hofmann
von 1972 bis 1992 Andreas Schmitt
von 1992 bis 1997 Manfred Güthlein
seit 1997 Heinz Nägel

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Fahne mit Fahnenträgern

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Schützenjugend im Jubiläumsjahr (v.l.n.r.)

Vordere Reihe: Christian Trummer, Peter Gügel, Micheal Reinfelder
Mittlere Reihe: Frank Mayer, Oliver Wimmelbacher, Matthias Hofmann, Simon Herkt
Hintere Reihe: Peter Derrfuß, Ch. Winkelmann, Steffen Reinfelder, Joh. Nägel, F. Erlwein

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Die Schützendamen mit Tracht (v.l.n.r.)

Vorne: M. Giesel, A. Derrfuß, G. Spörl, A. Wöß, H. Güthlein, A. Faber, C. Hofmann, L. Kraus,
A. Biermann, J. Holzmann, M. Kupfer; Mitte: D. Schmitt, G. Reinfelder, R. Hofmann, S. Faber, K. Schmitt, M. Lehnert, A. Mürschberger, J. Trummer, R. Voit, M. Leuker, M. Scherlein, I. Stelling, E. Schmitt,
R. Gügel, M. Nägel, C. Mürschberger; Hinten: D. Schmitt, S. Schatton, M. Schatton, M. Lehnert

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Die Aktiven der Böllerabteilung 1996 (v.l.n.r.)

Vorne: H. Stelling, H. Bayer, R. Winter, W. Mürschberger, E. Zuleger, G. Güthlein,
G. Mirsberger; Mitte: M. Mürschberger, G. Gügel, R. Hofmann, U. Schäfer, H. Nägel,
W. Hofmann, A. Singer, A. Schmitt; Hinten: A. Faber, D. Kupfer, H. Hofmann

Böllerer

verschiedene Böllergeräte

im Vordergrund: 3 Zeitzeugen Langensendelbacher Böllertradition

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St. Sebastian

Der Heilige Sebastian ist der Schutzpatron der Schützen, weil er als Offizier die Gewaltlosigkeit predigte und selbst das Ziel von Bogenschützen wurde. Die Legende berichtet, dass Sebastian, ein in Frankreich geborener Christ, seine Stellung als Befehlshaber der Prätorianschen Leibgarde des Kaisers Diokletian (284 - 305) nützte, um das Schicksal der Gefangenen und zum Tode verurteilten Christen zu erleichtern.

Der Kaiser witterte Verrat und verfügte Sebastians Hinrichtung. Nubische
Bogenschützen beschossen ihn im flavischen Theater so lange, bis er blutüberströmt wie leblos zu Boden sank. Die heilige Witwe Irene wollte ihn begraben, stellte aber fest, dass er noch am Leben war. Sie nahm den Verletzten heimlich in ihr Haus und pflegte ihn gesund.

Nach seiner Genesung erschien Sebastian vor Kaiser Diokletian und bat um Milde für die verfolgten Christen. Diokletian - zunächst erschreckt, als er den Totgeglaubten vor sich sah, dann erzürnt - ließ Sebastian in der Arena zu Tode knüppeln und in eine Kloake werfen.

Nachts erschien Sankt Sebastian der römischen Christin Lucina im Traum und bat Sie um ein christliches Begräbnis an der Via Appia. Lucina machte sich auf die Suche, fand auch Sebastians Leiche und veranlasste das Begräbnis an der im Traum angegebenen Stelle - dort, wo Papst Damasius im Jahre 367 eine der sieben Hauptbasiliken Roms errichten ließ: die Kirche San Sebastiano, heute noch ein Wallfahrtsort vieler Sportschützen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Anmerkung: Die Chronik wurde von Herrn Manfred Güthlein zusammnegestellt und Internettauglich aufbereitet.
 

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